Der DMS3-Modchip zählt zu den bekannten Nachrüstlösungen für die PlayStation 2 der Hardware-Revisionen v3 bis v8. Konsolen mit der Platinenrevision v9 oder v10 benötigten dagegen eine eigene Variante des Chips, die als DMS3 v9 geführt wurde. Welche Revision in einer konkreten Konsole verbaut war, ließ sich anhand der jeweiligen Versionsangabe der PS2 bestimmen, bevor ein Chip ausgewählt wurde.
Kernfunktion: Sicherheitskopien und Importspiele ohne Wechseltrick
Vor dem Einsatz von Modchips war es bei der PlayStation 2 üblich, eine Sicherheitskopie erst über den sogenannten Wechseltrick zum Laufen zu bringen: Die Konsole startete zunächst mit einem Original-Datenträger, der anschließend im laufenden Betrieb gegen die Kopie ausgetauscht wurde. Der DMS3-Chip machte diesen Zwischenschritt überflüssig. Nach dem Einbau ließen sich sowohl PlayStation-1- als auch PlayStation-2-Sicherheitskopien direkt einlegen und starten. Gleiches galt für importierte Originalspiele aus anderen Regionen, die von der Regionalsperre der Konsole andernfalls blockiert wurden.
Zusatzfunktionen neben dem Spielstart
Über die reine Boot-Funktion hinaus brachte der DMS3-Chip laut den Angaben aus dieser Zeit mehrere Zusatzfunktionen für die PS2 mit:
- DVD-Region-Free: Wiedergabe von DVD-Filmen unabhängig von deren Regionalcode
- MacroVision Off: Deaktivierung des Kopierschutzsignals bei der DVD-Filmwiedergabe
- RGB Fix: Korrektur eines Grünstichs, der bei manchen Konsolen bei DVD-Wiedergabe über RGB auftrat
- Stealth Mode: Der Chip ließ sich bei Bedarf deaktivieren
- Update-Fähigkeit: Die Chip-Firmware konnte per CD aktualisiert werden
- Quick Boot: Der PlayStation-Logo-Bildschirm beim Start wurde übersprungen
- Devolution Mode: Vorgesehen für die Wiedergabe von Tools, die zum damaligen Erscheinungszeitpunkt noch nicht verfügbar waren
Einbau und Kompatibilität
Der Einbau des DMS3-Chips erfolgte durch Verlöten von 23 Kabelverbindungen auf der PS2-Hauptplatine. Laut den Angaben aus dieser Zeit war der Chip mit den gängigen PAL-Modellen der Konsole kompatibel. Zum Lieferumfang gehörte üblicherweise eine farbige, auf die jeweilige Konsolenversion abgestimmte Einbauanleitung. Für Anwender, die den Lötvorgang nicht selbst übernehmen wollten, boten Fachhändler der damaligen Zeit häufig einen separaten Einbau- und Reparaturservice an, teils mit mehrjähriger Garantie auf die ausgeführte Lötarbeit.
Einordnung in die DMS3-Chipfamilie
Die Unterscheidung zwischen der v3-bis-v8-Variante und dem separaten DMS3-v9-Chip war für Käufer der zentrale Auswahlpunkt: Ein für die falsche Platinenrevision ausgelegter Chip funktionierte auf der jeweils anderen Revision nicht. Wer sich unsicher war, welche Version in der eigenen Konsole verbaut war, musste dies vor dem Einbau klären, da sich die beiden Chipvarianten nicht austauschen ließen.
Verkaufsweg und Chiphandel zur damaligen Zeit
Modchips wie der DMS3 wurden in der fraglichen Zeit überwiegend über spezialisierte Versandhändler und einschlägige Online-Foren vertrieben, seltener über den regulären Elektronikhandel. Da der Einbau handwerkliches Geschick beim Löten voraussetzte, richtete sich das Angebot sowohl an technisch versierte Endkunden, die den Chip selbst verbauten, als auch an den bereits erwähnten Kreis von Fachhändlern, die den Einbau als Dienstleistung übernahmen. Der Preis eines Chips hing dabei nicht nur vom reinen Bauteil ab, sondern auch vom Aufwand der beiliegenden Anleitung und, sofern gebucht, vom Umfang des angebotenen Einbauservices.
Risiken beim Lötvorgang
Mit 23 zu verlötenden Verbindungen zählte der Einbau des DMS3 v3-bis-v8 zu den aufwendigeren Modchip-Installationen dieser Generation. Jede einzelne Lötstelle auf der PS2-Hauptplatine barg dabei das Risiko einer kalten Lötstelle oder einer ungewollten Brücke zu benachbarten Leiterbahnen, was im ungünstigsten Fall zu einem nicht mehr startenden Mainboard führen konnte. Aus diesem Grund war eine ruhige Hand und Erfahrung im Umgang mit Feinlötarbeiten Voraussetzung, bevor Anwender den Einbau ohne fremde Hilfe in Angriff nahmen, und der eingangs erwähnte Einbauservice richtete sich gezielt an Nutzer, die dieses Risiko nicht selbst tragen wollten.
Häufig gestellte Fragen
Was unterscheidet den DMS3-Chip für v3 bis v8 vom DMS3-v9-Chip?
Beide Chips stammen aus derselben Modchip-Familie, sind aber jeweils für eine andere Hardware-Revision der PlayStation 2 ausgelegt. Der hier beschriebene DMS3-Chip passt zu den Platinenrevisionen v3 bis v8, während Konsolen der Revision v9 oder v10 den separaten DMS3-v9-Chip benötigten. Die beiden Varianten waren nicht untereinander austauschbar.
Wozu diente der Wechseltrick, den der DMS3-Chip überflüssig machte?
Ohne Modchip musste eine PS2 zunächst mit einem Original-Datenträger gestartet werden, bevor dieser im laufenden Betrieb gegen eine Sicherheitskopie oder ein Importspiel ausgetauscht wurde. Der DMS3-Chip erlaubte es, die Kopie oder das Importspiel direkt einzulegen, ohne diesen Zwischenschritt.
Welche Funktionen bot der DMS3-Chip abseits des Spielstarts?
Neben dem Boot von Sicherheitskopien und Importspielen brachte der Chip laut den Angaben aus dieser Zeit unter anderem DVD-Region-Free, eine Abschaltung des MacroVision-Kopierschutzes, eine Korrektur für Grünstich bei DVD-Wiedergabe, einen abschaltbaren Stealth-Modus, eine Update-Funktion per CD sowie einen Quick-Boot-Modus mit.
Wie aufwendig war der Einbau des DMS3-Chips?
Der Einbau erfolgte durch Verlöten von 23 Kabelverbindungen auf der Hauptplatine der Konsole. Wer sich diesen Schritt nicht selbst zutraute, konnte auf einen Einbauservice zurückgreifen, wie er von Fachhändlern der damaligen Zeit angeboten wurde.