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[ MOD-CHIP-ANLEITUNGEN ] · 14. May 2003

PlayStation-2-Modchips: Funktionen, Technik und FAQ

Modchips für die PlayStation 2 gehörten in den Jahren nach dem Konsolenstart 2000 zu den meistdiskutierten Nachrüstteilen der Szene. Sie griffen direkt in die Laufwerkselektronik ein und veränderten, welche Disc-Typen die Konsole überhaupt startete. Die folgende Übersicht fasst zusammen, wie diese Chips grundsätzlich arbeiteten, welche Varianten um 2003 verbreitet waren und woran sich die Hardware-Revisionen der PS2 unterscheiden ließen.

Schema: Signalpfad zwischen Laufwerkselektronik und Modchip
Schema: Signalpfad zwischen Laufwerkselektronik und Modchip

Funktionsprinzip eines PS2-Modchips

Im Auslieferungszustand prüfte die PlayStation 2 beim Start jeder Disc einen Regionalcode sowie ein Herstellersignal, das nur auf gepressten Originalmedien vorhanden war. Ein Modchip klinkte sich in diese Prüfroutine ein und ersetzte oder umging das Signal, sodass die Konsole zusätzlich selbst gebrannte Rohlinge, Importtitel aus anderen Regionen oder Spiele des Vorgängers PSX1 akzeptierte. Je nach Modell reichte der Eingriff von einer einzelnen zusätzlichen Lötverbindung bis zum vollständigen Ersatz der Bootlogik.

Verbreitete Chip-Familien der frühen PS2-Ära

Zwischen 2001 und 2003 etablierten sich mehrere Chip-Familien mit unterschiedlichem Funktionsumfang und Einbauaufwand:

  • Final 3 / Final 4: Modelle mit umfangreichem Funktionsumfang, die neben Kopien und Importen teils auch die Macrovision-Kopierschutzsperre sowie einen Grünstich-Bildfehler früher Konsolenrevisionen adressierten. Der Einbau erforderte mehrere bis über zwanzig Lötverbindungen.
  • Neo 2.2: Chip mit reduziertem Verdrahtungsaufwand gegenüber den Final-Modellen, allerdings ohne direkte DVD-Rohling-Wiedergabe – dafür war zusätzlich ein Wechseltrick mit einem Originaldatenträger oder einem Cheat-Modul nötig.
  • Neo Key / S-Box: Variante mit sehr geringem Lötaufwand, jedoch ohne Unterstützung für importierte Originalspiele.
  • ModBuster: Steckmodell ganz ohne Lötarbeit, gedacht für Nutzer, die keinen Eingriff in die Platine vornehmen wollten; auch hier war für bestimmte Disc-Typen ein Wechseltrick nötig.

Alle genannten Modelle patchten zudem gezielt Titel des Publishers Electronic Arts, deren Kopierschutz auf frühen Chip-Generationen nicht ohne Weiteres lief. Das zeigt, wie schnell sich Kopierschutzmaßnahmen und Umgehungslösungen damals gegenseitig nachzogen.

PS2-Hardware-Version anhand der Seriennummer erkennen

Da Kompatibilität und Lötplan vom jeweiligen Mainboard abhingen, war die Identifikation der Konsolenrevision vor jedem Einbau Pflicht. Sie ließ sich anhand der Seriennummer auf der Geräteunterseite grob eingrenzen, wobei sich die Nummernkreise im Lauf der Produktion mehrfach änderten:

  • V3-Konsolen: Seriennummern im Bereich C0000000 bis C2684304
  • V4-Konsolen: C2684305 bis C3500967
  • V5-Konsolen: C3596912 bis C4581353
  • V6-Konsolen: ab C4659924 bis in den C5-Nummernbereich
  • V7-Konsolen: Seriennummern mit AC-Präfix

Diese Bereiche galten als Anhaltspunkt und nicht als verbindliche Garantie, da einzelne Chargen davon abwichen. Ein Blick ins geöffnete Gehäuse vor dem endgültigen Lötplan war deshalb üblich.

Die Wiedergabe von VCDs, kopierten Video-DVDs oder MP3-Dateien gehörte nicht zum Funktionsumfang der hier beschriebenen Chip-Generation. Dafür kamen zur damaligen Zeit separate Software- oder Zusatzlösungen zum Einsatz.

Häufig gestellte Fragen

Was bewirkte ein Modchip in der PlayStation 2 technisch?

Er griff in die Boot-Prüfroutine des DVD-Laufwerks ein und ersetzte das Signal, mit dem die Konsole Originalmedien von anderen Datenträgern unterschied. Dadurch akzeptierte das Gerät zusätzlich Importtitel, selbst gebrannte Rohlinge und ältere PSX1-Spiele. Der genaue Funktionsumfang unterschied sich je nach Chipmodell.

Musste für jeden Modchip gelötet werden?

Nein, das hing vom gewählten Modell ab. Manche Chips kamen mit einer einzigen Lötverbindung oder sogar ganz ohne Lötarbeit als Steckmodul aus, während funktionsreichere Varianten über zwanzig Verbindungen zum Mainboard benötigten. Der Aufwand stieg meist mit dem Funktionsumfang.

Spielten alle Modchip-Varianten dieselben Disc-Typen ab?

Nein. Einige Modelle unterstützten Importe, Kopien und DVD-Rohlinge direkt, andere benötigten dafür zusätzlich einen sogenannten Wechseltrick mit einem Originaldatenträger oder einem separaten Cheat-Modul. Auch die Unterstützung für gepatchte EA-Titel oder das Deaktivieren der Macrovision-Sperre war nicht bei jedem Chip vorhanden.

Wirkte sich der Einbau eines Modchips auf die Werksgarantie aus?

Der physische Eingriff in die Konsolenelektronik führte in aller Regel zum Erlöschen der Herstellergarantie, da das Gerät geöffnet und die Platine verändert wurde. Reparaturen nach einem missglückten Einbau übernahmen entsprechend nur spezialisierte Werkstätten, nicht mehr der Hersteller.

War die Verwendung eines Modchips rechtlich unbedenklich?

Die rechtliche Bewertung von Modchips war regional unterschiedlich und hing unter anderem davon ab, wofür das veränderte Gerät genutzt wurde. Da der Chip primär Kopierschutz und Regionalsperre umging, bewegte sich der Einsatz je nach Land und Nutzungszweck zwischen rechtlicher Grauzone und einem Verstoß gegen Urheber- und Kopierschutzrecht. Eine Prüfung der jeweils geltenden Rechtslage war vor einem Einbau ratsam.

Ließ sich anhand der Seriennummer sicher bestimmen, welcher Modchip passte?

Die Seriennummer auf der Geräteunterseite gab einen guten ersten Anhaltspunkt für die Hardware-Revision von V3 bis V7, war aber nicht in jedem Fall hundertprozentig zuverlässig. Vor dem endgültigen Lötplan wurde deshalb häufig zusätzlich das Mainboard selbst mit bekannten Einbauplänen abgeglichen.