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[ MOD-CHIP-ANLEITUNGEN ] · 30. January 2005

Aladdin Advance XT-Lite/Pro: Einbau in die Original-Xbox

Der Aladdin Advance XT-Lite/Pro war ein Lötchip für die erste Xbox-Generation und diente dazu, die werkseitige Boot-Prüfung der Konsole zu umgehen. Anders als spätere Steckchips wurde er nicht in einen vorhandenen Sockel gesteckt, sondern über einen zusätzlich eingelöteten Stiftsockel mit dem Mainboard verbunden.

Schema: Lötpunkte D0, BT, L1 und HD am Xbox-Mainboard
Schema: Lötpunkte D0, BT, L1 und HD am Xbox-Mainboard

Wie bei den meisten Xbox-Modchips dieser Zeit hing die genaue Verkabelung von der verbauten Mainboard-Revision ab. Microsoft veränderte das Board im Laufe der Produktionszeit der Konsole mehrfach, wodurch sich unter anderem die Lage des sogenannten D0-Punkts und die Beschaltung des LPC-Ports unterschieden. Vor dem Lötvorgang musste deshalb zunächst die vorliegende Version bestimmt werden.

Xbox-Version bestimmen

Die Unterscheidung erfolgte über mehrere äußere und elektrische Merkmale, die nacheinander geprüft wurden:

Merkmal Version
Kleiner Lüfter auf dem linken Kühlkörper vorhanden 1.0
Kein Lüfter, bestimmte Form des Stromanschlusssteckers zwischen Netzteil und Mainboard 1.1
AV-Encoder-Chip mit Aufdruck „Conexant“ 1.2 / 1.3 (keine weitere Unterscheidung nötig)
AV-Encoder-Chip mit Aufdruck „Focus“ 1.4 / 1.5 (weitere Prüfung per Durchgangsmessung nötig)
AV-Encoder-Chip mit Aufdruck „Excalibur“ 1.6 (letzte Hardware-Revision)

Der AV-Chip saß bei allen Versionen an derselben Stelle auf dem Mainboard und ließ sich anhand seines Aufdrucks einer Chip-Familie zuordnen. Nur zwischen den Versionen 1.4 und 1.5 reichte diese Zuordnung nicht aus: Hier musste mit einem Durchgangsprüfer geprüft werden, ob zwischen zwei markierten Punkten auf dem Board eine leitende Verbindung bestand. War ein Durchgang vorhanden, handelte es sich um Version 1.4, andernfalls um Version 1.5.

Gehäuse öffnen und Mainboard ausbauen

Bevor der Chip eingelötet werden konnte, musste das Gehäuse geöffnet und das Mainboard ausgebaut werden.

  1. Die sechs Gehäuseschrauben (Torx T20) wurden gelöst, um den Gehäusedeckel abnehmen zu können. Hob man die Gummifüße dabei nur an einer Seite an, mussten sie beim Zusammenbau nicht neu angeklebt werden.
  2. Festplatte und DVD-Laufwerk wurden ausgebaut, indem die zugehörigen Kabel abgesteckt und die Befestigungsschrauben (Torx T10) entfernt wurden.
  3. Für den Ausbau des Mainboards mussten zunächst sämtliche Kabelverbindungen gelöst und die Befestigungsschrauben entfernt werden.
  4. Das Mainboard wurde an der Vorderseite leicht angehoben und aus den Aussparungen an der Rückseite des Gehäuses herausgezogen.

Einbau des Aladdin Advance XT-Lite/Pro

Nach dem Ausbau des Mainboards und der Bestimmung der Version folgte der eigentliche Einbau des Chips. Er umfasste das Einlöten eines Stiftsockels, das Verbinden mehrerer Punkte auf dem Mainboard und das Aufsetzen des Chips selbst.

Stiftsockel einlöten

Der Stiftsockel wurde von der Bauteilseite des Mainboards aus mit den kürzeren Enden eingesetzt und anschließend von der Unterseite verlötet. Die Lötstellen sollten dabei eine kegelförmige Form annehmen; kugelförmiges Lötzinn konnte zu einem schlechten Kontakt und in der Folge zu Fehlfunktionen führen. Auf diesen Sockel wurde später der Chip selbst aufgesetzt und verlötet.

Besonderheit bei Version 1.6: Verkabelung über den LPC-Port

Bei Version 1.6 mussten zusätzlich mehrere Verbindungen zum LPC-Port auf der Unterseite des Mainboards hergestellt werden. Die dafür vorgesehenen Punkte sollten so verbunden werden, dass sich die Leitungen nicht kreuzten und möglichst kurz blieben. Der für die Aktivierung des Chips wichtige D0-Punkt ließ sich dabei durch eines der unbenutzten Löcher des LPC-Ports auf die Oberseite des Boards durchführen. Empfohlen wurde, zunächst eine Stiftleiste in den LPC-Port zu setzen, um die Kabel leichter anzulöten und ein versehentliches Lösen der Lötstellen beim späteren Einlöten des Chips zu vermeiden.

D0-Punkt anschließen (Versionen 1.0 bis 1.5)

Bei den Versionen 1.0 bis 1.5 musste der D0-Punkt zunächst lokalisiert und vom Lötstopplack befreit werden, üblicherweise durch vorsichtiges Abkratzen. Anschließend wurde der Punkt mit dem Lötkolben erwärmt und mit einer kleinen Menge Lötzinn versehen, sodass ein kleiner Lötzinnhügel entstand. Ein kurz abisoliertes Kabelende wurde darauf platziert und durch erneutes Erhitzen mit der Lötstelle verbunden. Ob die Verbindung hielt, ließ sich durch vorsichtiges Ziehen am Kabel prüfen – zu kräftiges Ziehen konnte allerdings das Mainboard beschädigen. Bei Version 1.6 entfiel dieser Schritt, da der D0-Punkt hier bereits über den LPC-Port auf die Vorderseite geführt worden war.

BT- und L1-Punkte verbinden

Die Position der Punkte BT und L1 unterschied sich je nach Board-Revision in vier verschiedenen Anordnungen. Der BT-Punkt war zwingend erforderlich, um den Chip aktivieren beziehungsweise deaktivieren zu können. Der Anschluss von L1 war dagegen optional: Er sorgte dafür, dass die Chip-Aktivität über den Leuchtring um die Auswurftaste angezeigt wurde, zusammen mit der Festplattenaktivität, sofern zusätzlich der HD-Punkt angeschlossen war. Beim Verlöten wurden die Punkte zunächst leicht verzinnt und danach die jeweiligen Kabel angelötet, wobei auf ausreichenden Abstand zu benachbarten Bauteilen geachtet werden musste, um keine ungewollte Brücke zu einem Widerstand zu erzeugen. Die anderen Kabelenden wurden mit den gleichnamigen Punkten am Chip verbunden.

HD-Punkt (optional)

Der HD-Punkt auf der Rückseite des Mainboards musste nur angeschlossen werden, wenn zusätzlich zur Chip-Aktivität auch die Festplattenaktivität über den Leuchtring angezeigt werden sollte. Für den reinen Betrieb des Chips war diese Verbindung nicht erforderlich.

Sonderfall Version 1.5

Bei Version 1.5 lagen weder Masse (GND) noch die 3,3-Volt-Versorgung am LPC-Port an. Diese beiden Verbindungen mussten deshalb zusätzlich über separate Kabel hergestellt werden, statt sie direkt vom LPC-Port abzugreifen.

Wenn die Konsole nach dem Einbau nicht startet

Bei einer kleinen Zahl von Konsolen bootete der Chip nach dem Einbau nicht zuverlässig. In diesen Fällen half eine zusätzliche Brücke zwischen dem Punkt „D0“ und dem Punkt „X“ direkt auf dem Chip.

Nach dem Einbau

War der Chip vollständig verlötet und angeschlossen, konnte die Konsole wieder zusammengebaut werden. Für den Betrieb war anschließend zusätzlich die passende Software auf der Konsole zu installieren.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was war der Aladdin Advance XT-Lite/Pro?

Der Aladdin Advance XT-Lite/Pro war ein Lötchip für die erste Xbox-Generation, der über einen zusätzlichen Stiftsockel mit dem Mainboard verbunden wurde und die werkseitige Boot-Prüfung umging.

Für welche Xbox-Versionen war der Chip vorgesehen?

Die Anleitung deckte die Mainboard-Revisionen 1.0 bis 1.6 der ersten Xbox ab. Da sich Lage und Beschaltung einzelner Lötpunkte je nach Version unterschieden, war die Bestimmung der Revision vor dem Einbau notwendig.

Wie ließ sich die verbaute Xbox-Version bestimmen?

Zur Bestimmung dienten mehrere Merkmale: das Vorhandensein eines kleinen Lüfters auf dem Kühlkörper, die Form des Stromanschlusssteckers sowie der Aufdruck auf dem AV-Encoder-Chip. Nur zwischen den Versionen 1.4 und 1.5 war zusätzlich eine Durchgangsmessung mit einem Multimeter nötig.

Wofür wurden die Punkte BT, L1 und HD benötigt?

Der BT-Punkt war notwendig, um den Chip zu aktivieren oder zu deaktivieren. L1 und HD waren optional und dienten dazu, Chip- beziehungsweise Festplattenaktivität über den Leuchtring um die Auswurftaste anzuzeigen.

Was, wenn die Konsole nach dem Einbau nicht startet?

In seltenen Fällen half eine zusätzliche Lötbrücke zwischen dem Punkt „D0“ und dem Punkt „X“ direkt auf dem Chip, um einen zuverlässigen Start zu erreichen.

Häufig gestellte Fragen

Was war der Aladdin Advance XT-Lite/Pro?

Der Aladdin Advance XT-Lite/Pro war ein Lötchip für die erste Xbox-Generation, der über einen zusätzlichen Stiftsockel mit dem Mainboard verbunden wurde und die werkseitige Boot-Prüfung umging.

Für welche Xbox-Versionen war der Chip vorgesehen?

Die Anleitung deckte die Mainboard-Revisionen 1.0 bis 1.6 der ersten Xbox ab. Da sich Lage und Beschaltung einzelner Lötpunkte je nach Version unterschieden, war die Bestimmung der Revision vor dem Einbau notwendig.

Wie ließ sich die verbaute Xbox-Version bestimmen?

Zur Bestimmung dienten mehrere Merkmale: das Vorhandensein eines kleinen Lüfters auf dem Kühlkörper, die Form des Stromanschlusssteckers sowie der Aufdruck auf dem AV-Encoder-Chip. Nur zwischen den Versionen 1.4 und 1.5 war zusätzlich eine Durchgangsmessung mit einem Multimeter nötig.

Wofür wurden die Punkte BT, L1 und HD benötigt?

Der BT-Punkt war notwendig, um den Chip zu aktivieren oder zu deaktivieren. L1 und HD waren optional und dienten dazu, Chip- beziehungsweise Festplattenaktivität über den Leuchtring um die Auswurftaste anzuzeigen.

Was, wenn die Konsole nach dem Einbau nicht startet?

In seltenen Fällen half eine zusätzliche Lötbrücke zwischen dem Punkt „D0“ und dem Punkt „X“ direkt auf dem Chip, um einen zuverlässigen Start zu erreichen.