Der SmartXX zählt zu den bekannten Modchips für die Original-Xbox aus der ersten Konsolengeneration von Microsoft. Er wird direkt auf dem Mainboard über den sogenannten LPC-Port installiert und ermöglicht es, die Konsole von der werkseitigen Boot-ROM-Prüfung zu lösen. Anders als reine Steckmodule wird der SmartXX mit dem Mainboard verlötet, weshalb Grundkenntnisse im Löten und der Umgang mit Feinmechanik-Werkzeug Voraussetzung für den Einbau sind.
Da Microsoft die Xbox-Platine über die Produktionszeit mehrfach überarbeitet hat, unterscheidet sich der Einbau je nach Mainboard-Version leicht. Die folgende Übersicht fasst zusammen, welches Werkzeug benötigt wird, wie sich die verschiedenen Board-Revisionen erkennen lassen und worauf beim Einbau zu achten ist.
Benötigtes Werkzeug und Material
Für den Einbau des SmartXX werden folgende Werkzeuge vorausgesetzt:
- Torx-Schraubendreher der Größe T20
- Torx-Schraubendreher der Größe T10
- Lötkolben mit feiner Spitze sowie Lötzinn (bei Mainboard-Version 1.0 zusätzlich Entlötlitze oder eine Entlötpumpe)
- Eine kleine Spitzzange
- Ein Seitenschneider
An Material wird neben dem SmartXX-Chip selbst die im Lieferumfang enthaltene Stiftleiste sowie dünnes Kabel für die Signalverbindung benötigt.
Xbox-Mainboard-Versionen unterscheiden
Bevor der Chip eingebaut werden kann, muss feststehen, um welche der insgesamt sechs Mainboard-Revisionen (Version 1.0 bis 1.5) es sich handelt, da sich Details des Einbaus, etwa die Lage des sogenannten D0-Punkts, zwischen den Versionen 1.0/1.1, 1.2 bis 1.4 und 1.5 unterscheiden. Zur Identifikation dienen mehrere äußerlich erkennbare Merkmale:
| Merkmal | Ausprägung | Mainboard-Version |
|---|---|---|
| Stromstecker vom Netzteil zum Mainboard | einreihig | 1.0 oder 1.1 |
| Kühlkörper des Grafikchips | mit Lüfter | 1.0 |
| Kühlkörper des Grafikchips | ohne Lüfter | 1.1 |
| Stromstecker vom Netzteil zum Mainboard | zweireihig | 1.2 bis 1.5 |
| Beschriftung am AV-Ausgangs-Chip | “Conexant” | 1.2 oder 1.3 |
| Beschriftung am AV-Ausgangs-Chip | “Focus” | 1.4 oder 1.5 |
| Verbindung zwischen Pin 2 des Parallel-Ports und GND (per Multimeter prüfbar) | vorhanden | 1.4 |
| Verbindung zwischen Pin 2 des Parallel-Ports und GND | nicht vorhanden, Brücken müssen nachgelötet werden | 1.5 |
Ablauf des Einbaus
Öffnen der Konsole
Die Xbox wird zunächst umgedreht, um die sechs Gehäuseschrauben zu lösen. Die Gummifüße lassen sich dafür anheben, die beiden mittleren Schrauben sitzen jeweils unter einem Aufkleber. Nach dem Lösen aller Schrauben wird der Gehäusedeckel nach oben abgenommen. Anschließend werden Datenkabel und Stromversorgung von DVD-Laufwerk und Festplatte abgesteckt, bevor beide Laufwerke herausgehoben werden. Für den Ausbau des Mainboards selbst müssen zusätzlich die Stromversorgungsstecker sowie elf weitere Schrauben gelöst werden, danach lässt sich das Board an der Vorderseite anheben und aus dem Gehäuse ziehen.
Vorbereitung des LPC-Ports
Der SmartXX wird über den LPC-Port des Mainboards angeschlossen. Dazu wird die mitgelieferte Stiftleiste in die Lötaugen des LPC-Ports gesteckt und von der Unterseite des Boards verlötet. Bei Mainboard-Version 1.1 muss vorher das in den Lötaugen verbliebene Lötzinn mit einer Entlötlitze oder Entlötpumpe entfernt werden, damit die Stiftleiste hineinpasst.
Verbindung des D0-Punkts
Neben der Stiftleiste wird ein dünnes Kabel an den sogenannten D0-Punkt angelötet und mit dem entsprechenden Anschluss am SmartXX verbunden. Die Lage dieses Punkts unterscheidet sich je nach Board-Version, es gibt zwei unterschiedliche Positionen, die sich den jeweiligen Mainboard-Revisionen zuordnen lassen. Der SmartXX selbst kann entweder mit einer Buchsenleiste auf die verlötete Stiftleiste gesteckt werden (Pinheader-Variante, dadurch leicht wieder ausbaubar) oder direkt an der Stiftleiste festgelötet werden (Quicksolder-Variante). Wird die Quicksolder-Variante gewählt, muss Dip-Schalter 6 am Chip auf “On” gestellt werden, damit der entsprechende Anschluss aktiv ist; bei der steckbaren Pinheader-Variante bleibt er auf “Off”. Von einer dritten Möglichkeit, dem direkten Anlöten des Chips ohne Stiftleiste, wird abgeraten, da unterschiedliche Wärmeausdehnung der beiden Platinen zu einer kalten Lötstelle und damit zu Kontaktproblemen führen kann.
Besonderheit bei Mainboard-Version 1.5
Bei Mainboard-Version 1.5 liegen am LPC-Port weder die 3,3-Volt-Versorgung noch die Masseverbindung (GND) an. Diese beiden Verbindungen müssen bei dieser Version zusätzlich direkt zum SmartXX verlegt werden, damit der Chip mit Strom versorgt wird.
Zusammenbau
Nach Abschluss der Lötarbeiten wird die Konsole in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammengesetzt: zunächst das Mainboard einsetzen, danach DVD-Laufwerk und Festplatte wieder anschließen und einsetzen, abschließend den Gehäusedeckel montieren und die sechs Schrauben wieder eindrehen.
Hinweise zum Einbau
In älteren Beschreibungen zum SmartXX taucht gelegentlich ein zusätzlicher Anschlusspunkt namens “EJ” auf. Durch spätere Software-Updates des Chips wurde diese Verbindung überflüssig, von einem Anschluss des EJ-Punkts wird inzwischen ausdrücklich abgeraten. Ebenso sollte, wie oben beschrieben, stets eine Stiftleiste zwischen Mainboard und Chip verwendet werden, statt den SmartXX direkt auf die Platine zu löten.
Häufig gestellte Fragen
Für welche Konsole wurde der SmartXX-Modchip entwickelt?
Der SmartXX wurde für die Original-Xbox aus der ersten Konsolengeneration entwickelt und über den LPC-Port des Mainboards installiert. Je nach Hardware-Revision der Konsole (Version 1.0 bis 1.5) unterscheiden sich einzelne Einbauschritte.
Ist für den Einbau des SmartXX Löten notwendig?
Ja. Die mitgelieferte Stiftleiste wird in die Lötaugen des LPC-Ports gesteckt und von unten verlötet, zusätzlich wird ein dünnes Kabel an den D0-Punkt angelötet. Der Chip selbst kann anschließend gesteckt oder festgelötet werden.
Was bewirkt der Dip-Schalter 6 am SmartXX?
Dip-Schalter 6 legt fest, ob der Chip über den steckbaren Pinheader (Schalter auf Off) oder direkt festgelötet über den Quicksolder-Anschluss (Schalter auf On) mit dem Mainboard verbunden ist.
Warum benötigt Mainboard-Version 1.5 einen zusätzlichen Arbeitsschritt?
Bei Version 1.5 liegen am LPC-Port weder die 3,3-Volt-Versorgung noch die Masseverbindung an. Diese beiden Verbindungen müssen deshalb zusätzlich direkt zwischen Mainboard und SmartXX hergestellt werden.
Muss der EJ-Punkt am SmartXX angeschlossen werden?
Nein. Durch spätere Software-Updates des Chips wurde diese Verbindung überflüssig, ein Anschluss des EJ-Punkts wird nicht empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Für welche Konsole wurde der SmartXX-Modchip entwickelt?
Der SmartXX wurde für die Original-Xbox aus der ersten Konsolengeneration entwickelt und über den LPC-Port des Mainboards installiert. Je nach Hardware-Revision der Konsole (Version 1.0 bis 1.5) unterscheiden sich einzelne Einbauschritte.
Ist für den Einbau des SmartXX Löten notwendig?
Ja. Die mitgelieferte Stiftleiste wird in die Lötaugen des LPC-Ports gesteckt und von unten verlötet, zusätzlich wird ein dünnes Kabel an den D0-Punkt angelötet. Der Chip selbst kann anschließend gesteckt oder festgelötet werden.
Was bewirkt der Dip-Schalter 6 am SmartXX?
Dip-Schalter 6 legt fest, ob der Chip über den steckbaren Pinheader (Schalter auf Off) oder direkt festgelötet über den Quicksolder-Anschluss (Schalter auf On) mit dem Mainboard verbunden ist.
Warum benötigt Mainboard-Version 1.5 einen zusätzlichen Arbeitsschritt?
Bei Version 1.5 liegen am LPC-Port weder die 3,3-Volt-Versorgung noch die Masseverbindung an. Diese beiden Verbindungen müssen deshalb zusätzlich direkt zwischen Mainboard und SmartXX hergestellt werden.
Muss der EJ-Punkt am SmartXX angeschlossen werden?
Nein. Durch spätere Software-Updates des Chips wurde diese Verbindung überflüssig, ein Anschluss des EJ-Punkts wird nicht empfohlen.